Schlachttaktiken
Kurzüberblick aus dem Handbuch für Legionäre
Zusammengestellt von Laradir Iliacus Nebelwind
Präfekt der Schwarzen Rose
Die Geschichte der Mittellande macht deutlich, daß disziplinierte,
geschlossene Formationen sowohl bei Fußvolk als auch Reiterei immer
die besseren Karten hatten. Sobald sich eine Formation auflöst, entsteht
Durcheinander und dem Heerführer ist es nicht mehr möglich, zielgerichtete
Aktionen durchzuführen. Dieses Schriftstück soll dem tapferen
Heerführer einen knappen Eindruck über Kampftaktiken vermitteln.
Ziel der Taktik ist der Sieg über den Gegner. Dabei lenkt man die
eigene Stärke gegen die Schwäche des Gegners und gewinnt damit
eine lokale Übermacht. Elemente der Taktik sind Angriff, Verteidigung
und das Gewinnen von Zeit.
Im folgenden werden einzelne Punkte zur Kampftaktik der Nok´maar
Legionen kurz aufgeführt.
Vivere militare est.
Primus
Der wichtigste aller Punkte ist wohl der "Wille zum Sieg". Eine Armee
die an ihrem Sieg zweifelt, wird auch verlieren. Eine Armee die gewinnen
will, wird auch gewinnen.
Secundus
Nicht unerheblich ist die Wahl des Kampfplatzes. Falls möglich
sollten die eigenen Truppen mit dem Rücken zur Sonne Stehen oder zumindest
die Sonne zu Rechten haben. Nachts sollte das Licht ebenfalls hinter den
Kämpfern sein.
Man sollte darauf achten, das die Beweglichkeit der Truppen durch nichts
eingeschränkt wird oder die Truppen durch Landschaftliche Begebenheiten
in Gefahr bzw. Bedrängnis geraten können. Es ist sinnvoll eine
erhöhte Position zum Gegner einzunehmen. Nutze die Gegebenheiten des
Kampfplatzes und treibe den Gegner in die Enge.
Falls möglich postiere die Truppen an einem Waldrand. Die Bäume
geben zusätzlichen Schutz und der Gegner ist auf offenem Feld eine
leichte Beute.
Tertius
Ein wichtiger Grundsatz des Kampfes ist es zu erkennen, was der Gegner
beabsichtigt. Dabei sind die wirkungsvollen Aktionen des Gegners von Grund
auf zu verhindern, die wirkungslosen aber zuzulassen. Zwinge dem Gegner
Deinen Willen auf und komm Ihm zuvor.
Z.B. wenn der Gegner eine Große Schlacht damit beginnt, daß
er Bogen und Geschütze einsetzt, wird er unmittelbar, nachdem er geschossen
hat zum Angriff übergehen. Würde man also erst jetzt die eigenen
Bogen spannen, käme man zum Gegenangriff zu spät. In diesem Falle
ist es besser, sofort anzugreifen, sollte man keine geeignete Deckung haben,
und zwar noch während der Gegner mit Bogen oder Geschützen schießt.
Denn bei einem sofortigen Angriff ist der Gegner außerstande wirkungsvoll
zu treffen. Es geht darum dem Gegner in jeder Hinsicht zuvor zu kommen.
Quartus
Erschrecke den Gegner. Ein Gegner der Angst hat, hat verloren. Man kann
den Gegner erschrecken durch Kampfgeschrei oder Waffengeklirr. Ebenso kann
man seine Truppen größer erscheinen lassen, z.B. wenn man von
der Flanke her angreift.
Zeige dem Gegner nie Schwäche, dies bricht den Kampfgeist des Gegners.
Quintus
Sei flexibel. Es gibt nicht schlimmeres, als auf seiner geplanten Taktik
zu bestehen, wenn man erkennt, daß sie nicht funktioniert. Im Kampf
mit dem Gegner ist es schlecht, mehrmals das gleiche zu tun. Daß
man eine Sache zweimal tut, ist unvermeidlich, aber ein drittes Mal sollte
man es nicht tun. Wenn du bei dem Gegner mit deiner Taktik keinen Erfolg
hast, wird bei einem zweiten Versuch die Wirkung noch geringer sein.
Sextus
Wenn sich in einer Schlacht die Armeen gegenüberstehen und du erkennst,
daß der Gegner sehr Stark ist, rate ich folgende Taktik und der Sieg
wird Dir gehören. Greife den Gegner an einer Flanke an. Stürme
mit großer Kraft gegen die Flanke in den Gegner hinein und weiche
nicht zurück. Siehst Du, daß der Gegner zusammenbricht, so löse
Dich sofort von ihm, und greife ihn an einer Stelle an, an der er stark
ist. Dies ist die Zickzacktaktik. Diese hat in der Geschichte schon oft
den Sieg gebracht.
Septimus
Im Nachfolgenden werden kurz einige Taktikmodelle der Pedites (Infanterie)
vorgestellt. Diese Modelle können beliebig mit weiteren Taktischen
Einheiten ausgebaut werden, z.B. Equitatus (Reiterei).
- Flügeltaktik.
Es ist sinnvoll die Truppen in drei Anteile zu trennen. Eine Koordination
der Truppe wird so erheblich verbessert und Taktiken lassen sich besser
durchsetzen. Flanken sind potentielle Schwachpunkte. Die zurückgezogene
Reserve kann flexibel die Deckung der vorderen Truppenteile übernehmen
und einen Durchbruch des Gegners verhindern. Falls Equitatus vorhanden
ist, postiere sie an den Flanken. Die Flügel werden so verstärkt
und die Reiter können schneller und flexibel eingesetzt werden.
- Der Halbmond
Diese Taktik zeigte oft bei den Barbarenstämmen der südlichen
Mittellande gute Erfolge. Hierbei greifen beide Flügel und das Zentrum
geschlossen an.
Nachdem die Heere aufeinander getroffen sind, läßt man das
Zentrum zurückfallen. So entsteht ein Halbkreis, der den Gegner bei
weiterem Vorrücken umschlingt.
- Das Einhorn
Diese Formation ist gut geeignet um leicht in die Reihen des Gegners
einzudringen. Das Zentrum bildet einen vorstoßenden Keil. Dabei ist
eine gute Schilddeckung unerläßlich.
Nach dem Durchstoß des Zentrums, fällt dieses dem Feind in
den Rücken. Die Reserve schließt bei diesem Manöver die
vordere Schlachtreihe.
- Den Flügel brechen
Bei dieser Angriffstaktik löst sich der Rechte Flügel, rückt
vor und greift den linken Flügel des Gegners an. Die Reserve übernimmt
die Deckung. Man sollte versuchen bei diesem Manöver die linke Flanke
des Gegners zu umgehen und Ihm in den Rücken zu fallen. Diese oft
siegreich angewandte Taktik basiert auf der Ansicht, das die linke Seite
(Flanke) des Gegners immer die Schwächere ist und so einen idealen
Angriffspunkt bietet.
- Lenken des Gegners
Der Gegner wird vor und während der Schlacht ständig nach
einer möglichen Schwachstelle in Deinen Schlachtreihen suchen. Dies
kann man sich zu nutze machen, um den Gegner zu lenken.
Wie schon beschrieben, sollte man stets dem Gegner seinen Willen aufzwingen.
Mit dieser Taktik kann man bewußt das Verhalten des Gegners steuern.
Dabei läßt man zwischenzeitlich bewußt einen Truppenteil
schwächer erscheinen. Eine gute Deckung ist jedoch unerläßlich.
Man spricht bei dieser Taktik auch von schiefer Reihe. Dabei kann man sich
gut natürliche Gefahren des Kampfplatzes zu nutze machen und den Gegner
so leicht besiegen. Diese Taktik erfordert jedoch viel Erfahrung, auch
von den Truppenteilen.
- Labyrinthus mortiferus
Diese Taktik setzt eine größere Anzahl von Legionären
voraus. Die Legionen Nok´maars haben mit dieser Art der Formation
schon viele Siege errungen. Für die defensive Schlachtführung
eignet sich diese Truppenaufstellung besonders gut. Dabei werden Truppenteile
in Gruppen (Kohorten) eingeteilt, die eine Art Block bilden. Die Blöcke
werden schließlich versetzt aufgestellt, ähnlich einem Schachspiel
oder Labyrinth. Ein anstürmender Gegner, wie z.B. die unkultivierten
Barbarenstämme der südlichen Mittellande oder die wilden Nordmänner,
sind mit dem fließenden Wasser zu vergleichen. Unaufhaltsam strömen
sie in jede Lücke vor und geraten so in das Labyrinth des Todes. Dank
der schachartigen Aufstellung ist der Feind nun von allen seiten anzugreifen.
Die Lücken zwischen den Kohorten dürfen nicht zu Groß sein,
damit der Feind schnell aufgerieben ist. Zudem ist eine Standhafte Schlachtreihe
und ein fester Kohorten Block der Schlüssel zum Erfolg.
Fas est et ab hoste doceri
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