
Langsam stieg die Sonne am Himmel empor und ließ ihre goldenen
Strahlen auf Barsellowna fallen. In der Luft hing ein verlockend süßer
Duft. Ein Gemisch aus großen roten Blüten und einem Hauch von
Wein.
"Ein Paradies!" dachte sich Lukas, wischte sich den Sand aus Augen
und Sandalen und machte sich auf, um die Stadt kennenzulernen. Und sich
einen neuen Hut zu besorgen. Mit den 5 Kupfer, die zufällig nicht
in seinem Geldbeutel gelegen hatten.
Nun, was soll's, die Sonne schien, gewohntes Treiben in der Stadt,
anscheinend sehr liebenswerte Menschen. Wer hört schon auf Gerede...
Lukas näherte sich dem Stadtinneren, wo offensichtlich gerade
Markttag war, und die Händler lautstark ihre Waren feilboten. Hauptsächlich
bestand das Angebot aus Früchten, Fisch, großen runden Broten
und einer Menge Wein; so wie alle anderen Städte Phoenixthors war
auch Barsellowna auf Handel im In- und Ausland aus. Lukas kannte sich aus,
schließlich war die Familie Glebdamonini eine der ältesten Familien
Phönixthors.
Kaum hatte er den Platz betreten. da hörte er lautstarkes Geschrei.
Offensichtlich fühlte sich jemand, der aussah, als käme er nicht
von hier, über's Ohr gehauen (Der hiesige Ausdruck für alles
angefangen von Diebstahl über Betrug, Unterschlagung, tätlichem
Überfall von hinten bis zum Meuchelmord).
Lukas bot sich eine eindrucksvolle Szenerie dar: Schimpfwörter
sowie Fische und Weintrauben flogen dem Gast um die Ohren; -eine wundervolle
Darstellung eines temperamentvollen, stolzen Volkes, dachte sich Lukas
Glebdamonini - bis plötzlich der Lärm ein Ende hatte.
Manuel de Raphiosi betrat den Marktplatz. Als Bürgermeister des
Stadtteils wurde er immer dann gerufen, wenn er gerade beschäftigt
war, doch aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung erfasste er die Situation
sofort, sprach sein Urteil und bot dem Gast an, entweder 5 Silberlinge
zu zahlen oder zwei Wochen Dienst im Erdbeerfeld zu absolvieren.
Lukas hatte genug gehört. Inzwischen hatte er sich mit allem notwendigen
versorgt, sogar diesmal ohne sich Gedanken um etwaige Ablenkungsmanöver
machen zu müssen. Schlendernd machte er sich aus dem Staub.
Gut genährt und um einiges reicher gelangte er in engere Straßen,
das Getümmel nahm zu, viele fröhliche Gesichter schauten ihn
erwartungsvoll an und überschwengliche Freundlichkeit umgab ihn. Schon
fragte er sich, welch himmlische Tore sich ihm in diesem Moment eröffnet
hatten, da wurde ihm bewußt, daß sein Besuch in dieser Stadt
doch wohl einen tieferen Sinn gehabt haben mußte. Abrupt drehte er
sich um und hatte nun ein klares Ziel vor Augen.
Geschaeftiges Treiben herrschte in der Stadt, als Leonardo durch das
Tor trat. Es war ein warmer Herbsttag, die Sonne schien und in der Ferne
war das laute Geschrei der Marktfrauen zu vernehmen, welche ihre Ware feilboten.
Gewoehnlich bekam man von dem Treiben in der Stadt nicht viel mit, die
Mauern der Universitaet bestanden zwar fast nur aus kleinen Efeu umrankten
Fenstern, doch hielten sie den Laerm und die Hektik der Bevoelkerung allein
dadurch ab, dass der natuerliche Respekt der Leute sie dazu trieb, Abstand
zu halten und den Rabanus-Huegel gar nicht erst zu erklimmen.
Leonardo war in Eile, erst vor kurzer Zeit hatte man das neue Fakultaetsgebaeude
im Sueden der Stadt bezogen und die Vorbereitungen fuer die Einweihung
waren in vollem Gange. Noch wurden keine Vorlesungen in den neuen Raeumen
abgehalten, die Bibliothek benoetigte noch einige Anstrengungen und dann
waren da noch die zu erwartenden Gaeste, Forscher und Gelehrte aller Art
aus den entlegensten Laendern, deren Erwartungen an die Phoenixthorer
Gastfreundschaft nicht enttaeuscht werden durften. Leonardo rueckte seinen
Hut zurecht, blinzelte noch einmal in die aufgehende Sonne und spazierte
so eilig davon, dass nur noch der vage zu vernehmende Duft von einer etwas
streng riechenden Zwiebel seine vorige Anwesenheit verriet.
Aber das noch eine ganze Weile.
Marcel Weber, Groner Landstr. 52, 37081 Göttingen, 0551/6338340, marcovinichesco[bei]gmx.de, www.phoenix-company.de
Bei Mailadressen müssen die [bei] durch @ ersetzt werden.
Eine kleine Bitte: Wer auf einem CON einen Charakter aus diesem Land spielen möchte, sollte vorher die Kontaktperson darüber informieren. Denn diese haben meistens noch mehr Informationen über das Land - und es wäre doch schade, wenn man einen Ritter darüber aufklären müßte, daß in seinem Heimatland nur Schafe und Elfen, aber keine Menschen leben.
| Titel | Veranstalter | Berichtautor |
| Phoenix Islands | Phoenix Company | mehrere (SC) |
| Phoenixthor 2 | Kühn, Eva (SC) |
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