Umfrage 1997 der IG Kampagne Mittellande

Das war gefragt:

Die Kampagne Mittellande und die große Karte der Mittellande sind für DICH und alle anderen Spieler da.

Deswegen ist DEINE Meinung über die Kampagne wichtig. Nehme DIR bitte 5 oder 10 Minuten Zeit, um über die Kampagne nachzudenken.

Und schon kommen die Fragen:

  1. Wie habe ICH von der Kampagne Mittellande erfahren?
  2. Welche Ziele hat MEINES Wissens nach die Kampagne? Welche sollte sie haben?
  3. Wie informiert die Kampagne die Spieler?
  4. Welche Vorteile bringt MIR die Kampagne? Was gefällt MIR an der Kampagne?
  5. Welche Nachteile bringt MIR die Kampagne? Was gefällt MIR nicht an der Kampagne?
  6. Wie ist die Außenwirkung der Kampagne? Was halten andere Spieler von der Kampagne? Wie könnte man die Informationen über Sinn und Zweck der Kampagne besser verbreiten?
  7. Wie würde ICH die Kampagne verbessern (vor allem in Bezug auf 5)?
  8. Wie wirke ICH als Spieler auf die Kampagne ein? Bei was würde ICH gerne direkt mitreden/mitentscheiden können? Wie?
  9. Was wünsche ICH MIR von den Mitgliedern der Kampagne?
  10. Möchte ICH noch etwas anmerken?

Und das war die Auswertung:

Aufgaben der Kampagne

Meiner Ansicht nach ging es zu Anfang darum, die Geschichten und Hintergründe der Veranstalter ein wenig zu verknüpfen, damit ein richtig schönes, kontinuierliches Spiel stattfinden kann. Dazu sollte vor allen Dingen eine Karte mit den Ländern geschafft werden.

Die Ansichten der Spieler und Veranstalter sind jedoch etwas anders.

scheinbare Aufgaben der Kampagne

Aber auch:

Aufgaben, die die Kampagne haben sollte

Kritik an der Kampagne

Die erste Hauptkritik ist die schlechte Infopolitik: "hinter der Postille und anderen Infos muß man hinterherlaufen" oder "nur für Insider ist es möglich, an Infos zu kommen". Hier besteht Handlungsbedarf!

Zweite Hauptkritik ist die Selbstdarstellung vieler Personen.

Weitere genannte Punkte:

Erkenntnisse

Ein großes Problem der Kampagne ist die Tatsache, daß viele Leute nur Halbwissen über die Kampagne haben, daß teilweise wohl nur auf Gerüchte und scheinbare Nachteile der Kampagne basiert. Auch werden viele Nachteile auf die Kampagne projeziert, beispielsweise: Es werden häufig Sachen als Kampagnen-Problem deklariert, die einfach an der jeweiligen Orga eines Landes festzumachen sind. Dieses ist Kampagnenmitglied => die Kampagne ist daran schuld. Bei manchen habe ich sogar das Gefühl, daß irgendwelche eigenen Ärgernisse und Frustrationen krampfhaft auf die Kampagne bezogen werden, damit man einen Schuldigen hat.

Als Lösung: Es muß endlich klargestellt werden, was die Kampagne will, auch: wer eigentlich die Kampagne ist.

Außerdem müsste man einigen Leuten klarmachen, daß die Kampagne nicht in negativer oder positiver Weise überbewertet werden soll: die Kampagne ist ein Add-On, kein Muß. Auch soll die Kampagne nicht in das Spiel in einem Land eingreifen oder irgendetwas mit 27 Paragraphen regeln. Sie soll keine Vorschriften machen, sondern unterstützen.

Vorschläge

Informationspolitik

Regelungen

Auswertung

Die Umfrage war hauptsächlich dazu gedacht, eine kleine Übersicht über die Meinungen von Spielern und Veranstaltern zu bekommen. Sie ist auf keinen Fall professionell und genügt in keinster Hinsicht wissenschaftlichen Maßstäben. Hat sie etwas gebracht? Eine sehr oberflächliche und durch die kleine Zahl der Antworten (die aber so erwartet und gewünscht war) keineswegs vollständige oder an Vollständigkeit grenzende Übersicht über Stimmungen und Wissen.

Ein großes Ziel auf diesem Treffen sollte es sein, die Ziele der Kampagne noch mal zu formulieren und klar und deutlich niederzuschreiben. Dabei sollte es zwei Arten geben: die tatsächlichen Hauptziele der Kampagne (Schaffung der gemeinsamen Welt; SOLL-Ziele), und die zusätzlichen Ziele (z.B. Währung; KANN-Ziele, für die die Kampagne als Forum dienen kann). Dazuschreiben sollte man aber auch einige "AUF KEINEN FALL"-Sachen: der Versuch eines gemeinsamen Kampagnen-übergreifenden Regelwerkes ist nicht nur zum Scheitern verurteilt (durch die glücklicherweise sehr weitgefasste Art und Weise des Spiels), sondern hat schon einmal ein Versuch der Zusammenarbeit zusammenbrechen lassen (DRACCON 8).

Außerdem sollten für einige, grundlegende Dinge Regelungen gefunden werden, zum Beispiel Kriege. Vieles kann man aber mit einer Grundregelung erschlagen: die Kampagne hat kein Recht, sich in die internen Belange eines Landes einzumischen.

Ein weitere wichtiger Punkt ist die "Öffentlichkeitsarbeit": wie verbreiten wir die Infos? Was für Infos verbreiten wir? Dazu mein Vorschlag: eine kleinere Erweiterung der Postille mit den Zielen und einigen Regelungen. Außerdem müssen wir Wege finden, die Postille in größerer Stückzahl unter die Leute zu bringen. Die Verbreitung durch die Veranstalter ist nicht gescheitert: sie ist nur nicht effektiv genug. Die Verbreitung durch die Shops ist beinahe ein Muß.

Der Unmut einiger Leute kann durch verbesserte Informationen doch stark gelindert werden. Dazu muß allerdings noch eines kommen: wenn wir bemerken, daß sich jemand mittels der Kampagne profilieren will, dann müssen wir ihm auf die Füße treten. Dabei allerdings Vorsicht: man darf nicht Motivation "toll, ich bin der Kampagne, und die Kampagne ist so toll" mit Profilierung "ich bin der Kampagne, du nicht, ich bin toll, du nicht" verwechseln. Das ist teilweise schwierig. Auch sollte das "auf die Füße treten" mehr in Form von Aufmerksammachen geschehen, "eh du Arschloch, hör mal zu" hat nichts mit gemeinsamen Spiel und Spaß zu tun.

Letztendlich sollten wir uns zwei Sachen klar machen:

1. Live-Rollenspiel ist Freizeit, sollte Spaß machen.

2. Nicht die Kampagne, nicht die Kostüme, nicht die tolle Story - das Spiel ist das Wichtigste. Und wie Kostüme und Story sollte die Kampagne etwas sein, was das Spiel fördert und interessanter macht.

die Zukunft der Kampagne

Es gibt einige, die bezweifeln, daß die Kampagne Zukunft hat. Auch in der Kampagne gibt es mittlerweile Murren: "Eh, es läuft ja nichts" oder "Uns spricht ja keiner an." Demnächst wird auch die Zeit kommen, daß einige Länder wegfallen - weil die Orga keine Lust mehr aufs Live hat, irgendwie von der Kampagne enttäuscht wurde, oder einfach niemand mehr zum Treffen schickt. Es mag sogar sein - obwohl viele neue an der Tür stehen -, daß die Zahl der Länder wieder schrumpfen wird. Dann wird es einige mehr oder wenige geschickte Demagogen geben, die darin den Anfang vom Ende der Kampagne sehen: "Ich hab es schon immer gewußt", "Auf mich hat ja keiner gehört", "Hätten wir das so gemacht, wie ich es gesagt habe, dann hätten wir Erfolg gehabt."

Beides, Schrumpfen und Kommentare, sind aber nur ganz natürlich, erst recht, wenn man den schnellen Wachstum der Kampagne sieht. Davon dürfen wir uns nicht entmutigen lassen.

Es gibt auch einige, Spieler ebenso wie Veranstalter - selbst solche, die ein Land in der Kampagne leiten -, die noch gar nicht begriffen haben, wer eigentlich die Kampagne ist. Die Kampagne wird an einigen Personen festgemacht: an den bisherigen Diskussionsleitern wie Paddy oder Arne, an sehr aktiven Personen wie z.B. Plonka oder am Postillenersteller, also mir. Das ist aber falsch. Wer ist denn die Kampagne? Sind es die Länder? Wir, die hier sitzen? Die anderen Orga-Leute, die irgendwo zuhause oder wo auch immer sitzen? Oder gar die Spieler, die in den Ländern spielen? Die Kampagne ist doch etwas wenig Konkretes, eine schöne Fantasie, die lebt durch die Abertausende von Charaktere, die in den Ländern spielen. Getragen wird sie durch die Länder-Orgas.

Der Wunsch, daß ein Gremium gebildet wird, sozusagen eine Führungsspitze der Kampagne, kommt immer wieder. Und ist dennoch falsch. Denn was nutzt es uns, einige Leute damit zu beauftragen, die Kampagne zum Blühen zu bringen, und ihnen die Verantwortung aufzubürden. Jeder einzelne trägt die Verantwortung, und jeder kann etwas dafür tun, daß unsere Träume Wirklichkeit werden. Es bringt nichts, darauf zu warten, daß andere das erledigen.

einige Vorschläge und Diskussionsgrundlagen

Ziel der IG:

Das Ziel der IG ist die Erstellung einer grossen Karte der von den IG-Mitgliedern eingebrachten LARP-Laender. Dadurch soll ein kontinuierliches Spiel gefoerdert werden.

by the way: Das urspruengliche Ziel der Kampagne war eigentlich sehr einfach: eine gemeinsame Karte mit den Laendern entwerfen. Das war das Einzige, was in Essen die Veranstalter zusammenfuehrte.

Sekundaerziele:

Gesellschafts- und Bestimmungsform:

Die "InteressenGemeinschaft Live-Rollenspiel Kampagne Mittellande" ist ein zwangloser Zusammenschluß von einzelnen Live-Rollenspielgruppierungen.

Ueber jegliche Aenderungen und Neuerungen wird nur auf dem Kampagnentreffen abgestimmt. Die Abstimmung geschieht mit einfacher Mehrheit. Jedes Mitgliedsland hat eine Stimme. Kein Anwesender kann mehr als eine Stimme auf sich vereinigen.

Regelungen:

Kriege

Es ist jedem Land selbst ueberlassen, welchem anderen Land es im Spiel den Krieg erklaert.

Es gelten bei Kriegen zwischen Laendern folgende Regeln:

Auch wenn diese Regeln unlogische Konsequenzen zur Folge hat (so koennte Allerland u.U. nach Zahl der im Hintergrund stehenden Krieger jederzeit Auria ueberrollen):

ES GEHT DARUM, DIE IN DEN LAENDERN MANIFESTIERTE FANTASIE VIELER IN EINEN DAS SPIELFOERDERNDEN ZUSAMMENHANG ZU BRINGEN, NICHT DARUM, DIESE FANTASIE ODER EINEN TEIL DAVON MUTWILLIG ZU ZERSTOEREN.

die Karte

Die Karte darf und soll an die Spieler weitergegeben werden. Schöner als bloße Kopien der Karten sind natürlich auf Mittelalter getrimmte Nachzeichnungen (auf denen vielleicht sogar das Heimatland des Zeichners das größte ist - halt wie im Mittelalter).

Die Karte ist ein wenig angelehnt an die Europakarte, deckt sich topologisch aber kaum.

die Kampagnentreffen

immer wieder eingebrachte Tagesordnungspunkte, die nur Zeit wegnehmen:

bestehende Ausschuesse

Recht: Bisher aufgeschriebene Aufgaben: Schaffung einer umfassenden Informationsbasis; Copyright-Regelungen (Was ist schützbar, wer kann schützen, wie hoch sind die Kosten, etc.); Klärung der Haftungsbestimmungen für Veranstalter, bei Cons, urheberrechtlich, etc.; Was ist mit Jugendschutz?; Was umfasst genau eine IG?

Wirtschaft: Bisher aufgeschriebene Aufgaben: Liste aller Steuern, Geldsysteme; Ausführlicher Kaufkraftvergleich; Liste besonderer Handelsgüter; Relation von Bevölkerung / Produktivität feststellen.; Import / Exportgüter festhalten; Standardgüter feststellen.

Sicherheitsstandards: Bisher aufgeschriebene Aufgaben: Sicherheitsrichtlinien erstellen für Waffen, Gelände, Ausrüstung (einschließlich Magie-Ausrüstung), Schminke, etc.; Sicherheitsregelmentierungen für Veranstaltungen recherchieren.

Datenbanken: Bisher aufgeschriebene Aufgaben: Adressen, Lokationen, Firmen (Ausstatter) in Listen zusammenstellen; Die Pantheonsliste erstellen (Daniela Schmidt). Dabei ist natürlich der Datenschutz zu beachten.

Wie kommt ein neues Reich in die InteressenGemeinschaft?

Die Aufnahme neuer Reiche erfolgt auf den Veranstaltertreffen. Einladungen zum Veranstaltertreffen kann man bei jedem Veranstalter erhalten, außerdem im WWW: http://hrz.uni-paderborn.de/~q09862/

Auf den Veranstaltertreffen stellt sich jedes neue Reich in einem 5-minütigen Kurzvortrag vor. Darin sollen folgende Punkte beackert werden:

Danach werden von den Anwesenden weitere Fragen zum Reich gestellt (die ausgelassene oder unklare Punkte betreffen, aber auch tiefer ins Detail gehen können: wieviele Schafe in Söderland sind schwarz? (Söderlander Schafe sind der Running Gag der Kampagne)). Durch diese Fragen versuchen sich die Anwesenden, einen tieferen Einblick in das Land zu verschaffen, und dessen schönen Hintergrund genauer kennenzulernen.

Nach den Fragen wird dann ueber das Land abgestimmt. Davor braucht man keine Angst zu haben. Es sollten folgende Bedingungen erfüllt sein:

Diese Abstimmung (bisher im ersten Anlauf zu über 90% erfolgreich) ist nicht endgültig; in den Fällen, in denen es Probleme gibt, kann mit Kompromissbereitschaft eine Lösung gefunden werden.

Die Karte ist auch nichts Entgültiges: auch ein 10 Quadratkilometer-Reich an der Grenze zwischen zwei großen Ländern, das noch nicht auf der Karte erschien, weil es halt zu unbedeutend war (in Realitas halt noch nicht bespielt) - so etwas kann auch viel Spaß machen. Dann sollten natürlich vor dem Treffen die beiden Länder angesprochen werden.

Die Kampagne lebt und kann nur leben von der Zusammenarbeit der Veranstalter. Die wenigen hier zusammengefassten Regeln unseres Zusammenspiels koennen nicht zum Erfolg fuehren, wenn IHR keinen Kooperations- und Kompromisswillen zeigt. Nur GEMEINSAM koennen wir die Kampagne Mittellande zu einem Erfolg machen, zu etwas Nuetzlichem fuer Live-Rollenspieler.

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Diese Seite wurde geändert am 30.01.2001.